Im Z-M-I, dem Zehn-Minuten-Internet Newsletter berichten Franz-Reinhard Habbel und Gerd Landsberg jeden Sonntag über interessante Links (u.a. Hitze in Städten) aus dem Internet für Bürgermeister:innen und Kommunalpolitiker:innen.

Hitze I: Forscherteam schreibt Mehrheit der Toten in jüngster Hitzewelle dem Klimawandel zu

Ende Juni und Anfang Juli wurde es in vielen europäischen Städten mehr als 40 Grad heiß. Eine Studie kommt zu dem Schluss: Viele der Hitzetoten dieser Zeit gehen auf das Konto des Klimawandels.
Hitze II: Palmer: „Wir brauchen ein Bundesohrengesetz“
Heiße Sommer, Sturzfluten, Skigebiete ohne Schnee. Die Erderwärmung ist längst spürbar. Markus Lanz diskutiert mit seinen Gästen über Klimaneutralität. Tübingens Oberbürgermeister Boris Palmer hat besonders viele Ideen.
Hitzeberichterstattung braucht weniger Drama – und mehr Fokus auf Lösungen
Die aktuelle Berichterstattung über die große Sommerhitze überschlägt sich häufig in alarmistischen Tönen: Hitzerekorde, „Todeshitze“, apokalyptische Prognosen. So berechtigt die Sorge um den Klimawandel ist – eine rein reißerische Darstellung der Wetterextreme bringt uns beim Klimaschutz nicht weiter. Im Gegenteil: Sie fördert Angst, Unsicherheit und letztlich Resignation in der Bevölkerung. Wer den Eindruck vermittelt, dass wir dem Klima hilflos ausgeliefert sind, untergräbt die Motivation, sich einzubringen und notwendige Veränderungen aktiv mitzutragen.
Was in der öffentlichen Debatte viel zu kurz kommt, ist der ebenso wichtige wie lösungsorientierte Blick auf konkrete Maßnahmen zur Anpassung an den Klimawandel. Es ist Zeit, dass wir diesen Aspekt stärker in den Vordergrund rücken – nicht als Ablenkung vom Klimaschutz, sondern als seine Ergänzung. Denn die Realität ist: Die Folgen des Klimawandels sind längst da. Und es ist unsere Verantwortung, unsere Städte, unsere Infrastrukturen und unsere sozialen Einrichtungen so umzugestalten, dass sie mit der zunehmenden Hitze besser umgehen können.
Klimaanlagen in Altenheimen und Krankenhäusern, gezielte Verschattung von Schulhöfen und öffentlichen Plätzen, die Begrünung von Fassaden, mehr Wasserflächen und Frischluftschneisen in dicht bebauten Stadtquartieren – all das sind sinnvolle, machbare und notwendige Schritte. Ebenso wichtig sind Regenrückhaltebecken, um mit Starkregenereignissen besser umgehen zu können, oder hitzeangepasste Bauvorgaben für Neubauten und Sanierungen. Diese Maßnahmen schützen besonders vulnerable Gruppen wie ältere Menschen, Kinder oder Vorerkrankte – und sie verbessern die Lebensqualität für alle.
Klimaanpassung ist kein kurzfristiges Notfallprogramm, sondern ein langfristiger, nachhaltiger Prozess, der vorausschauende Planung, Investitionen und eine breite gesellschaftliche Debatte erfordert. Gerade deshalb sollten wir ihn nicht im Schatten dramatischer Wetterberichte verstecken, sondern aktiv bewerben. Jede Maßnahme, die jetzt umgesetzt wird, ist eine Investition in Zukunftssicherheit und Lebensqualität.
Diese Perspektive ist nicht nur sachlich notwendig – sie ist auch ein Hoffnungszeichen. Sie zeigt: Wir sind nicht ohnmächtig. Wir können gestalten. Wir können vorsorgen. Und wir können das Klima unserer Städte im wahrsten Sinne des Wortes verbessern – durch mehr Grün, mehr Wasser, mehr Resilienz.(Gerd Landsberg)
Rheinland-Pfalz will keine AfD-Mitglieder mehr einstellen
Wer in Rheinland-Pfalz in den öffentlichen Dienst will, muss künftig erklären, keiner extremistischen Organisation anzugehören. Auch die AfD steht auf der Liste – und deren Mitglieder damit potenziell auf dem Abstellgleis für staatliche Jobs.
Bundesbank-Vorstand: Bargeld bleibt
In Deutschland gibt es immer weniger Geldautomaten. Der Vorstand der Deutschen Bundesbank sieht die Bargeldversorgung aber weiterhin flächendeckend gesichert. „Insgesamt stehen wir im europäischen Vergleich gut da – mit mehr als 50.000 Geldausgabeautomaten in Deutschland“.
Lähmende Bürokratie abbauen: Was die BW-Regierung jetzt plant
Unzählige Dokumente und Vorgaben – überbordende Bürokratie belastet viele Kommunen. Das soll sich mit dem geplanten „Regelungsbefreiungs-Gesetz“ der BW-Landesregierung ändern.
Smart Meter: Warum der langsame Umstieg die Energiewende bremst
Andere Länder sind viel weiter – hierzulande aber stockt der Einbau intelligenter Stromzähler. Dabei werden die sogenannten Smart Meter für das Energienetz der Zukunft dringend gebraucht.
Neuer Bericht zum Stand des Glasfaserausbaus in Deutschland
Der neue Bericht schafft Transparenz für alle Beteiligten zum Stand des Ausbaus von Glasfasernetzen in Deutschland. Hierfür wurden erstmals adressgenaue Daten des Breitbandatlas des Bundes zur Breitbandversorgung mit Stand Juni 2024 zusammen mit Daten zur Breitbandförderung des Bundes umfangreich ausgewertet.
Digitalminister will digitale Bürgerleistungen aus App-Store
In zwei Pilot-Bundesländern sollen erheblich mehr digitale Bürgerleistungen starten. Der Bund will sie wie im App-Store per Cloud bereitstellen.
Steigende Zahl von Badeunfällen: „Eltern achten nur auf ihr dämliches Smartphone“
Angesichts der steigenden Zahl tödlicher Badeunfälle hat der Bundesverband Deutscher Schwimmmeister Eltern zu mehr Aufmerksamkeit aufgefordert. Bademeister seien keine „Kindergärtner“, sagte der Verbandspräsident.
E-Scooter: Schärfere Regeln geplant
Sie bringen einen schnell ans Ziel, können in vielen Städten unkompliziert gemietet werden, sind aber auch häufig ein Ärgernis für Fußgänger. Die Rede ist von E-Scootern. Seit 2019 dürfen die Elektroroller im deutschen Straßenverkehr unterwegs sein. Immer mehr Städte haben seitdem Regeln erlassen, weil viele der gemieteten Fahrzeuge achtlos mitten auf dem Weg oder am Straßenrand zurückgelassen werden. Jetzt will auch der Bund das Parken von E-Scootern deutschlandweit einschränken.
Auf die Plätze, fertig los!
Mit dem Projekt »AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS!« regt der Verein Gesellschaftsdenken e.V. in der Stadt Zeitz zu alltagsnahen Diskussionen über Werte und Politik an. Ein begehbarer Kubus aus Gerüstbauteilen bildet das architektonische Zentrum des Vorhabens. Das Videoportrait zeigt, wie das Projektteam mit der Methode des »Fadenspiels« einen niedrigschwelligen Austausch unter den Bewohnerinnen und Bewohnern der Stadt initiiert – und wie das Baugerüst nach und nach mithilfe bunter Bindfäden zu einem Gemeinschaftskunstwerk gestaltet wird. Laura Hartleb und Hans Henniger von Gesellschaftsdenken e.V. stellen im Video das Projekt »AUF DIE PLÄTZE, FERTIG, LOS!« vor und erläutern, wie mit einem gemeinschaftlich gestalteten Kunstwerk buchstäblich Verbindungen zwischen den beteiligten Menschen geknüpft werden können.
Ziel des Förderfonds »Begegnung und Zusammenhalt« ist es, den gesellschaftlichen Zusammenhalt mit Hilfe von innovativen und fantasievollen Begegnungsformaten zu stärken. Im Mittelpunkt stehen öffentliche Orte, an denen sich Menschen im Alltag unkompliziert begegnen können. Zivilgesellschaftliche Organisationen verwandeln den jeweiligen Alltagsort mit klugen und innovativen Ideen in einen ungewohnten Ort für Begegnungen und kooperieren hierfür mit den jeweiligen Ortebetreibern. Der Förderfonds »Begegnung und Zusammenhalt« wird gefördert durch die Stiftung Mercator und umgesetzt durch die Stiftung Mitarbeit.
eGov-Wettbewerb: Publikumsvoting 2025
Neben den renommierten Jurypreisen gibt es auch in diesem Jahr wieder die Gelegenheit, selbst aktiv zu werden: und einen persönlichen Favoriten für den Publikumspreis Publikumspreis zu wählen. Zur Auswahl stehen alle Finalistenprojekte. Das Voting ist vom 2. Juli bis zum 17. August 2025 geöffnet.Das Projekt mit den meisten Stimmen wird als Gewinner des Publikumspreises ausgezeichnet – live und feierlich in Berlin!
Papst mahnt erneut zu ethischer Regulierung von KI
Papst Leo XIV. hat beim „AI for Good Summit 2025“ in Genf zu einer globalen und ethisch fundierten Regulierung von Künstlicher Intelligenz aufgerufen. In einer Botschaft, die Kardinalstaatssekretär Pietro Parolin am 10. Juli im Namen des Papstes übermittelte, forderte der Heilige Stuhl für die Nutzung von KI klare Prinzipien, namentlich eine Orientierung an Gemeinwohl und Menschenwürde.
Oberverwaltungsgericht stoppt Warnhinweise in Stadtbücherei Münster
2024 hatte die Bibliothek in Münster sogenannte Einordnungshinweise in zwei Büchern angebracht: Es handle sich um ein »Werk mit umstrittenem Inhalt«. Nun verlangt ein Gericht, die Einschätzung zu entfernen.
Aufräumen statt Anbauen – für eine Verwaltung mit Freiraum
Der öffentliche Sektor wächst und damit auch die Zahl der Aufgaben, die Bund, Länder und vor allem die Kommunen bewältigen müssen. Jahr für Jahr steigen die Ausgaben, es kommen neue Leistungen und Pflichten hinzu. Doch während Unternehmen ihre Produktpalette regelmäßig bereinigen, bleibt der Staat meist beim Alten. Was einmal eingeführt wurde, bleibt – unabhängig davon, ob es noch gebraucht wird oder angepasst werden muss. Ein Beispiel: In Deutschland erhalten Eltern nach der Geburt ihres Kindes ein „Gelbes Heft“, in dem alle Früherkennungsuntersuchungen (U1 bis U9) dokumentiert werden. Dieses Heft muss bei jeder Untersuchung physisch mitgebracht und vom Kinderarzt ausgefüllt werden. Es existiert parallel zu digitalen Patientenakten in Arztpraxen und teilweise in Gesundheitsämtern. Eine digitale Lösung könnte das Heft ersetzen.
„Die größte Gefahr in turbulenten Zeiten ist nicht die Turbulenz –
sondern mit der Logik von gestern zu handeln.“
Peter Drucker, amerikanischen Ökonom
Natürlich geht es nicht darum, mit der Kettensäge durch den Sozialstaat zu rauschen. Aber es ist höchste Zeit für eine ehrliche Aufgabenkritik. Diese Frage stellt sich auch vor dem Hintergrund der Digitalisierung. Welche Leistungen sind heute noch notwendig? Wo haben sich die Bedürfnisse verändert? Und was könnte wegfallen, um Ressourcen für dringendere Herausforderungen freizumachen?
Anstatt immer neue Regale anzubauen, sollten wir regelmäßig durchforsten, was wirklich gebraucht wird. Ein „Cockpit Freiraum“ – eine Plattform, auf der Politik, Verwaltung und Gesellschaft gemeinsam darüber diskutieren, welche Aufgaben bleiben und welche gehen sollten – könnte dabei helfen, diesen Prozess transparent und konstruktiv zu gestalten.
Innovation braucht Exnovation. Nur wer Altes loslässt, schafft Platz für Neues. Künstliche Intelligenz könnte dabei helfen, Aufgaben zu analysieren und zu priorisieren. Den Mut zur Veränderung müssen wir jedoch selbst aufbringen. (Franz-Reinhard Habbel)
Neues aus den Kommunalen Spitzenverbänden
DST: Städtetag fordert Senkung der Stromsteuer für private Haushalte
BayGT: 8. Jahresfachtagung der bayerischen Bauamtsleiter/-innen und Stadtbaumeister/-innen
GStBRLP: BlitzReport Juli 2025
HST: Struktur der Rettungsdienstleitstellen in Hessen erhalten
Kopf der Woche: Sandra Bischoff neue Bürgermeisterin für Neuental
Buch der Woche: Ich bin Giorgia von Giorgia Meloni
Aus dem Italienischen von Bernd Röben. In diesem Buch spricht Giorgia Meloni zum ersten Mal umfassend über sich. Über ihre Wurzeln, ihre Kindheit und über ihre Beziehung zur Mama Anna, die Schwester Arianna, die Großeltern Maria und Gianni und über den Schmerz darüber, dass sie keinen Vater hatte; über die unbändige Leidenschaft für die Politik, die sie aus „ihrem“ römischen Stadtviertel Garbatella zuerst als Ministerin in die Regierung des Landes und dann an die Spitze von Fratelli d’Italia und der europäischen Konservativen geführt hat; über die Freude, Mutter der kleinen Ginevra zu sein, und über die Liebesgeschichte mit Andrea; über ihre Träume und über die Zukunft, die sie sich für Italien und für Europa wünscht.
+++Bitte denken beim Erwerb von Büchern an den örtlichen Buchhandel+++
Zahl der Woche: 32 % der Väter erhielten 2024 den Elterngeld-Höchstbetrag (Quelle destatis)
Chatbot der Woche: Chatbot der Stadt Heilbronn wird beim KI-Festival präsentiert
Tweet der Woche: Landkreistag NRW
Landrätekonferenz in Berlin: NRW-Kreise warnen vor desolater Haushaltslage. Sondervermögen muss schnell und unbürokratisch umgesetzt werden, um Investitionen anzukurbeln. Eine Finanzreform muss zügig folgen, um strukturelle Unterfinanzierung zu beheben.
Zu guter Letzt: World Chocolate Day: Wo isst man welche Schokolade?
Titelbild: iStock
Bild Kirche: Specht-Habbel
Bild Regal: KI-generiert
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Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.
Ihr Franz-Reinhard Habbel





