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Habbel GmbH

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Deutschlands Automobilindustrie schwächelt: Wie unsere Industriestädte neu erfunden werden müssen

Deutschlands Automobilindustrie schwächelt: Wie unsere Industriestädte neu erfunden werden müssen

Vor wenigen Tagen machten erneut Hiobsbotschaften aus der deutschen Automobilindustrie die Runde. So kündigte BMW den Abbau von rund 8.000 Stellen an. Volkswagen hält an seinem Programm zum Abbau von 50.000 Arbeitsplätzen bis 2030 fest. Auch Mercedes-Benz und zahlreiche Zulieferer setzen ihre Spar- und Effizienzprogramme fort. Zehntausende Arbeitsplätze in Verwaltung und Produktion stehen damit in den kommenden Jahren auf dem Prüfstand. Das Beispiel Tesla in Grünheide zeigt jedoch, dass trotz aller Herausforderungen neue Impulse für die Industrie entstehen können – auch wenn der Weg dort keineswegs frei von Gegenwind ist. Hier sollen neue Arbeitsplätze entstehen.

Was läuft in der deutschen Automobilindustrie falsch? Die einen verweisen auf hohe Energiepreise, Bürokratie, langwierige Genehmigungsverfahren und überbordende Regulierung. Die anderen sehen die Ursachen in den Unternehmen selbst: zu langsame Entscheidungen, komplexe Strukturen, fehlende Softwarekompetenz und eine späte Reaktion auf den Wandel zur Elektromobilität.

Doch es stellt sich eine mindestens genauso wichtige Frage: Was können die Städte tun, in denen diese Unternehmen zu Hause sind?

Sindelfingen ohne Mercedes-Benz ist kaum vorstellbar. Wolfsburg ohne Volkswagen ebenso wenig. Auch Ingolstadt ohne Audi oder Zuffenhausen ohne Porsche würden einen erheblichen Teil ihrer wirtschaftlichen Identität verlieren. Wenn diese Konzerne unter Druck geraten, betrifft das nicht nur die Aktionäre. Es trifft die gesamte Stadt: ihre Arbeitsplätze, ihre Kaufkraft, ihre Steuereinnahmen und ihre Zukunft.

Die erfolgreichen Industriestandorte der Zukunft entwickeln sich deshalb zu Innovationsökosystemen. In diesen arbeiten Unternehmen, Stadtverwaltungen, Hochschulen, Start-ups und Investoren nicht nebeneinander, sondern miteinander. Göteborg macht es gemeinsam mit Volvo vor, Eindhoven hat mit Brainport eines der innovativsten Hightech-Netzwerke Europas aufgebaut und Pittsburgh hat sich vom schrumpfenden Stahlstandort zum Zentrum für Robotik entwickelt.

Interessant ist daher der Ansatz des Sindelfinger Oberbürgermeisters Markus Kleemann. In seinem Wahlprogramm für das Jahr 2025 hat er den Aufbau eines solchen Innovationsökosystems für Sindelfingen herausgestellt. Er will Verwaltung, Wirtschaft und Forschung enger vernetzen und die Stadt als aktiven Partner der Industrie positionieren.

Im globalen Wettbewerb konkurrieren nämlich längst nicht mehr nur Unternehmen gegeneinander, sondern ganze Innovationsräume: Shenzhen gegen Stuttgart. Brainport Eindhoven gegen München. Deutschland braucht deshalb neben innovativen Automobilherstellern vor allem innovative Städte. Das Rathaus wird zum Mitgestalter und bringt als Plattform Talente, Forschung, Kapital und Unternehmen zusammen.

Wie das konkret gelingt? Fachkräfte gewinnen: Durch Welcome Center, schnelle Behördenverfahren und Unterstützung bei Kinderbetreuung und Wohnungssuche. Nachwuchs begeistern: – durch Schülerlabore, Makerspaces und Robotik-Wettbewerbe für technische Berufe. Lebensqualität und Onboarding digitalisieren. Neben Co-Working-Spaces braucht es auch Transparenz über das Lebensumfeld, damit Fachkräfte bleiben. Digitale Standortplattformen wie FAMIGO unterstützen diesen Prozess, indem sie Bewerbern und ihren Familien schon vor dem Umzug einen umfassenden Überblick über Schulen, Kitas, Vereine und das Leben vor Ort geben. Dies ist ein oft unterschätzter Erfolgsfaktor im Standortmarketing.

Die Zukunft der deutschen Automobilindustrie entscheidet sich nicht nur in den Entwicklungszentren der Autokonzerne. Sie entscheidet sich auch in den Rathäusern von Sindelfingen, Wolfsburg, Ingolstadt und vielen anderen Industriestädten. (Franz-Reinhard Habbel)

Bild: Pixabay

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