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Neue Bibliotheken braucht das Land

Bibliotheken sind nicht nur ein Depot für Bücher, sondern weit mehr. Sie sind Orte der Begegnung, des Austausches und Kristallisationspunkt für die Entstehung neuen Wissens. In der Stadtentwicklung nehmen sie eine besondere Rolle ein

Wie sieht eine Bibliothek im Zeitalter der Digitalisierung aus? Wo ist der beste Standort? Was ist mit den Öffnungszeiten? Welche Rolle spielt das Internet vor allen Dingen E-Books? Ist nicht die ganze Stadt Bibliothek und gleichzeitig Lernort? Sind Bücherboxen Satelliten der Bibliotheken und bringen beispielsweise auch thematisches Wissen in die Fläche?

Bibliotheken

Diese Fragen griff der Innovatorsclub in einem Rundgespräch Anfang Juli in der Hauptgeschäftsstelle des Deutschen Städte- und Gemeindebundes auf. Die interdisziplinär zusammengesetzte Gruppe, vertreten waren u.a. der Deutsche Bibliotheksverband, Bibliotheksverantwortliche verschiedener Ministerien, Landesfachstellen für Archive und öffentliche Bibliotheken, Professoren, Bürgermeister, das Institut für Nachhaltigkeit in Bildung, Arbeit und Kultur sowie weitere Experten,  diskutierte im Format des Rundgespräches diese Fragestellungen. Jedem Teilnehmer waren bestimmte Zeiteinheiten in dem 90-minütigen von Heiner Benking moderierten Gespräch zugeordnet, die er für sich selbst nutzen oder aber auch an andere Teilnehmer weitergeben konnte. So entwickelte sich eine hochqualifizierte Diskussion. Im Ergebnis stellte sich die überragende Bedeutung der Bibliotheken für die Stadtentwicklung heraus. Sie ist die Schnittstelle zwischem globalen und lokalen/regionalen Wissen und als physischer Ort auch in der digitalen Welt unverzichtbar. Gleichwohl müssen sich die Raumstrukturen der Gebäude neuen Kommunikationsformen anpassen. Notwendig ist insbesondere ein kommunikatives Ambiente, das Begegnung und Kreativität fördert. Co-Working Spaces als Teil neuer Bibliotheken sind ebenso denkbar wie Bürgerämter. Auch die Zivilgesellschaft ist Teil einer neuen Bibliothekslandschaft. Plattformen, wie beispielsweise das digitale Stadtgedächtnis in Coburg, erweitern und demokratisieren nicht zuletzt die Wissensinfrastruktur. „Bürger schaffen ihre lokale Bibliothek selber“ könnte daher ein Slogan für die Bürgergesellschaft sein. Für die Stadt bedeutet dies, neue Partnerschaften auch mit den Bürgerinnen und Bürgern einzugehen.

Franz-Reinhard Habbel

Ich bin DStGB-Sprecher und Leiter des Innovators Club, halte Vorträge und schreibe über Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat durch Digitalisierung, Globalisierung und Urbanisierung.

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