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Radverkehr rückt immer mehr in das Zentrum der Mobilität

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Der urbane Mensch will mobil sein. Wie ist ihm egal. Das mit Benzin angetriebene Auto verliert an Faszination. Das Fahrrad und E-Autos sind es, die ihren Siegeszug vor sich haben und zu einer fundamentalen Veränderung der bisherigen Verkehrslandschaft führen werden. Der Wandel hat längst begonnen.

So war das elektrisch angetriebene Telsa Modell S in Norwegen im September des vergangenen Jahres das meist gekaufte Auto. Es wurde im Oktober von einem anderen elektrisch angetriebenen Vehicle, dem Nissan Leaf, abgelöst. Mit den Fahrrädern sieht es ähnlich aus. Erstmals seit Kriegsende wurden im Jahr 2012 in allen Ländern der EU mit Ausnahme von Belgien mehr Fahrräder als Neuwagen verkauft. Internet und Smartphone machen es inzwischen möglich, Fahrräder optimal in die Mobilitätskette einzubinden. Experten sprechen längst vom Smartphone auf zwei Rädern. So hat die Stadt Örebro, 200 km von Stockholm gelegen, konsequent auf eine Fahrradstrategie gesetzt. Unterschiedlich farblich markierte Radwege zeigen den Zielgruppen wie Berufstätigen, Kindern und älteren Menschen oder Touristen wo es lang geht und gewähren ihnen Vorrangig vor den Autos auf den Straßen der Stadt. Sichere Parkmöglichkeiten für Fahrräder, ausgestattet mit elektronischen Zugangssystemen, machen die Fahrradnutzung weiter attraktiv. Fast alle der 100.000 Bürgerinnen und Bürger haben ein Fahrrad. Dass die Zukunft in der Vernetzung verschiedener Verkehrsträger liegt zeigt auch ein Projekt in der Region Stuttgart. Besondere E-Bike Stationen an Bahnhöfen im Regional- und Stadtverkehr stellen die notwendige Mobilität zwischen Wohnung und Bahnhof sicher. Mit dem Smartphone können hier rund um die Uhr Fahrräder gemietet werden. Elektrofahrräder können an diesen Stationen auch aufgeladen werden. In den USA haben zahlreiche Kommunen mit dem Wiederaufbau von Bahn-, Bus- und Radwegnetzen begonnen. Auch dort nutzen insbesondere immer mehr jüngere Leute Fahrräder als Transportmittel. Die Zahl der Führerscheininhaber unter 34 Jahren nimmt rapide ab, schon ein Viertel in dieser Altersgruppe verzichtet auf den Führerschein.
Dass die Mobilität zu den großen Herausforderungen der Zukunft und damit auch Kernaufgaben der Kommunen zählt, mag auch an folgenden Zahlen deutlich werden: Im Jahr 1910 lebten rund 10 % der Menschen in Städten, im Jahr 2010 waren es bereits 53 % und im Jahr 2050 werde es voraussichtlich 75 % sein. Das Fahrrad hat gerade in den großen Städten seinen Bedeutungszuwachs noch vor sich.

Der Deutsche Städte- und Gemeindebund greift diese Trends auf und veranstaltet am 3. Juli 2014 in Siegburg den „Ersten deutschen Kommunalradkongress“. Der Kongress ist die erste bundesweite Veranstaltung, die Möglichkeiten und Bedingungen zur Förderung des Radverkehrs speziell in Städten, Gemeinden und Kreisen beleuchtet.

Franz-Reinhard Habbel

Bis Ende 2017 war ich DStGB-Sprecher und Leiter des Innovators Club, halte heute Vorträge und schreibe über Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat durch Digitalisierung, Globalisierung und Urbanisierung.

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