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Besseres Projektmanagement für Kommunen

Seit der Bund seine letzte Haushaltsbilanz vorgelegt hat, ist die Aufregung groß. Die Kommunen hätten gerne einen Teil des Überschusses zur Förderung ihrer Projekte. Sie rufen aber jetzt schon die ihnen zugesagten Fördermittel nicht komplett ab. Auf kommunaler Ebene brauche man das Geld nicht, schließen die Kritiker. Das Problem sind aber nicht zu reiche Kommunen, sondern Schwierigkeiten bei der Umsetzung von Projekten. Fehlende Planungskapazitäten sind ein Grund, schlechtes Projektmanagement sollte dahinter jedoch nicht versteckt werden.

Auf dem Kongress „Mit Projekten Deutschlands Zukunft gestalten“ war daher die große Frage wie Kommunen die Umsetzung ihrer Projekte verbessern können. „Mit schlechten Projekten kann man Wahlen verlieren“, versucht Jürgen Engelhardt, Vizepräsident der GPM, die Dringlichkeit der Thematik zu vergegenwärtigen. Man brauche eine Linien- und Projektorganisation wie in einem Wirtschaftsunternehmen.

„Nicht jede Arbeit die ich ausführe ist direkt auch ein Projekt“, gibt Ralf Poss vom BMUB zu bedenken. „Beschaffungsmodelle, Bedarfe und Standorte müssen von Anfang an klar definiert sein, damit ich etwas als Projekt bezeichnen kann.“ Alleine das Denken politischer Ziele in Projekten liege vielen Kommunalpolitikern und verantwortlichen Verwaltungsangestellten fern. „Professionelles Projektmanagement muss eine Selbstverständlichkeit in kommunalen Prozessen werden“, fordert Rainer Christian Beutel, Vorstand der KGSt. „Wir müssen strategisch denken – Was ist das Ziel? Wie ist der Zeitrahmen? Was sind unsere Mittel und Möglichkeiten?“

Schlüssel für ein gutes Projektmanagement ist nicht zuletzt gute Kommunikation Das meint gute Kommunikation nach innen, damit ein Team so effizient wie möglich zusammenarbeiten kann. Das meint aber auch Kommunikation nach außen, die für Bürger und Medien den Verlauf eines Projekts verstehbar macht. „So bekommt man von den Bürgern auch mehr Verständnis, wenn ein Projekt mal nicht sofort so läuft wie geplant“, sagt Franz-Reinhard Habbel, Beigeordneter des DStGB.

Einen externen Projektleiter einzustellen ist währenddessen oftmals problematisch für Kommunen. Projektmanager sind teuer und die Außenwirkung bei solchen Mehrausgaben ist meistens negativ. Auf lange Sicht müsse es daher verbindliche Voraussetzung für einen Führungsposten in der Kommune sein, dass man sich mit Projektmanagement auskenne, fordert Christoph Verenkotte, Präsident des Bundesverwaltungeamts. Dafür sei es unverzichtbar, dass Projektmanagement Einzug in die Schulbildung halte. Mit dem Leitfaden „Projektmanagement macht Schule“ versucht die GPM bereits das Thema zum Bestandteil des Unterrichts in der Sekundarstufe II zu machen.

Um systematisch weiter am professionellen Projektmanagement in den Kommunen zu arbeiten, schlossen GPM und KGSt auf dem Kongress einen Kooperationsvertrag. „Sie haben Recht, Herr Engelhardt, dass man mit schlechten Projekten Wahlen verlieren kann“, sagt Franz-Reinhard Habbel abschließend. „Aber wir dürfen uns nicht so klein machen. Mit gutem Projektmanagement kann man auch Wahlen gewinnen.“

von Rebecca Piron

Franz-Reinhard Habbel

Ich bin DStGB-Sprecher und Leiter des Innovators Club, halte Vorträge und schreibe über Veränderungen in Gesellschaft, Wirtschaft und Staat durch Digitalisierung, Globalisierung und Urbanisierung.

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