OB-Wahl: In Rostock wird ein EU-Ausländer erstmals Oberbürgermeister

Rostock hat Geschichte geschrieben. In der 208.000 Einwohner großen Stadt wurde zum erstmal in Deutschland ein EU-Ausländer zum Oberbürgermeister gewählt. Claus Ruhe Madsen ist Däne und lebt seit 1998 in Rostock, ist Unternehmen und bis vor kurzem Präsident der Industrie- und Handelskammer. Madsen machte einen unkonventionellen Wahlkampf und setzte besonders auf die Digitalisierung. Er möchte Rostock zur Vorreiterstadt machen. „Rostock bewegen“, heißt sein Motto.

Präsent ist er in sozialen Netzwerken wie kein anderer Kandidat. Mit dem Thema Digitalisierung kann man Wahlen gewinnen. Davon ist Madsen überzeugt, ließt man aufmerksam sein Programm. Er will smarte Lösungen für Wegebeleuchtung, Parkplatzsuche & Verkehr, die Möglichkeit, Anträge online zu stellen, eine One-Stop-Behörde, die Gründung eines städtischen Unternehmens zur Unterstützung von Schulen, Verwaltung & kommunaler Gesellschaften bei dem Prozess der Digitalisierung, moderne Netzwerke in den Stadtteilen, am Strand & in den öffentlichen Verkehrsmitteln, digitale Begegnungsräume in den Stadtteilen und Stadtmeisterschaften in E-Sports.

Madsen will mit Digitalisierung den Bürgern Zeit ersparen. So beginnt seine Geschichte. „Folgender Zettel hängt an Ihrer Haustür: „Bitte seien Sie am Donnerstag zwischen 9:00 und 16:00 Uhr zu Hause. Wir wollen Ihren Zähler ablesen.“ Ob Sie zur Arbeit müssen oder nicht, ist nicht von Interesse – es muss auf jeden Fall abgelesen werden. Das Ergebnis: Für viele Rostocker steht mindestens einmal im Jahr unnötiges Warten an. Das geht auch besser. Nämlich digital. Ihre Verbrauchswerte würden automatisch an den Anbieter übermittelt werden und Sie könnten Ihre Zeit sinnvoll nutzen.“

Sehr anschaulich und verständlich schildert er in seinem Programm, was er in der Digitalisierung vor hat. Dort heißt es:

„Gemeinsam.
In unseren Stadtteilen werde ich Begegnungsräume mit digitaler Infrastruktur für Sie schaffen. Hier können morgens Schulklassen die digitale Welt kennenlernen und am Nachmittag Studenten die digitalen Werkstätten nutzen. Alle Bürgerinnen und Bürger haben hier altersunabhängig die Möglichkeit, an der digitalen Welt teilzuhaben. Wir haben damit die Chance, die Jugendlichen vom Sofa zu holen und in soziale Räume zu bringen, die von Trägervereinen und Studenten betreut werden. Dort können sie ihre Kreativität ausleben, um neben der Arbeit mit 3D- und Laserdruckern, digitalen Webstühlen und Fräsen auch E-Sports zu betreiben. Durch diesen Zugang haben sie die Möglichkeit, ihre digitalen Kompetenzen mit anderen zu teilen, zu stärken und auszubauen. Ich erhoffe mir durch diese Maßnahme, dass Kinder und Jugendliche, die durch das bisherige Angebot nicht erreicht wurden, in gemeinschaftliche Aktivitäten zu bringen. Und vielleicht entdecken sie ja auch, dass in der Ecke eine Tischtennisplatte steht. Um diese Idee zu fördern, werden wir jedes Jahr Stadtmeisterschaften im E-Sports austragen, in der Stadtteile gegeneinander antreten. Der sogenannte „elektronische Sport“ ist in den letzten Jahren zu einem internationalen Kulturphänomen geworden, das weltweit Leute begeistert. Die Spielerinnen und Spieler sind kreativ, behalten auch in schwierigen Situationen den Überblick und haben einen spielerischen Zugang zu komplexen und schwierigen Herausforderungen. Deshalb brauchen wir diese Menschen mit ihren E-Sports Fähigkeiten in der Berufs- und Arbeitswelt von morgen. Die Rostocker Kinder und Jugendlichen werden durch unsere digitalen Begegnungsstätten zu Vorreitern im Umgang mit digitalen Technologien.

Smart City.
Im Moment kämpft jede Schule, unsere Verwaltung oder die kommunalen Gesellschaften mit den Herausforderungen der Digitalisierung. Dieser Prozess ist mühsam, langwierig und kostspielig. Die Strukturen sind nicht effizient genug, sodass ein gegenseitiges Lernen aller Beteiligten nicht immer möglich ist. Wir müssen die digitalen Kompetenzen unserer Stadt unter einen Hut bringen. Ich werde ein städtisches Unternehmen zur Digitalisierung gründen, das alle Beteiligten bei der Umsetzung der geplanten Maßnahmen unterstützt und Ansprechpartner für alle Fragen und Probleme rund um das Thema Digitalisierung ist. Das wird den Aufwand für alle beträchtlich verringern. Als Bürger können Sie so Ihre Zeit selbst gestalten, statt im Wartebereich unserer Ämter alt und grau zu werden. Wenn Sie den persönlichen Kontakt bevorzugen, werden Sie in der Zukunft in dem von Ihnen bevorzugten Bürgerbüro alle Ihre Anträge stellen können. Auch das städtische Wegebeleuchtungskonzept sowie das Parken und der Verkehr werden von der Digitalisierung profitieren. Vor allem in Gesprächen mit älteren Bürgerinnen und Bürgern ist mir klar geworden, dass fehlende Beleuchtung in Wohngebieten für viele Menschen ein Problem ist. Wir brauchen gerade in diesen Bereichen smarte Lösungen. Diese erkennen, wann, wo und wie lange nachts Beleuchtung nötig ist. Und wenn Sie einen freien Parkplatz suchen – ob in der Stadtmitte, Warnemünde oder an stark frequentierten Knotenpunkten – kann Ihnen eine App bereits vorher anzeigen, wo Sie kostenfreie oder gebührenpflichtige Plätze finden. Die App sagt Ihnen, wieviel sie kosten und wie Sie bezahlen können. Sogar der Ablauf Ihres Parktickets wird Ihnen angezeigt und Sie können es mit einem Klick einfach verlängern. Und sollten Sie einmal vergessen haben, wo Sie Ihr Auto abgestellt haben, finden Sie es durch die digitale Hilfe schnell wieder.

Netzwerk.
Unsere Zukunft ist digital. Unsere Stadt ist es leider noch nicht. Wir müssen das digitale Netzwerk ausbauen und unseren Schülern und Berufsschülern an ihren Lernorten die Möglichkeit geben, zeitgemäß, modern und einfach zu lernen. Rostocks Berufsschulen sollten keine Berufsmuseen sein, sondern moderne Bildungseinrichtungen. Aber auch für unsere Bürgerinnen, Bürger und Besucher unserer Stadt ist es wichtig, moderne Netzwerke in den Stadtteilen, am Strand und in den öffentlichen Verkehrsmitteln zu nutzen.

Bürgerteilhabe.
Als Oberbürgermeister werde ich Ihnen durch eine App und das Bürgerportal “Mein Rostock” die Möglichkeit bieten, sich immer über aktuelle Themen aus unserer Stadt zu informieren. Sie können sich dort Ihre Meinung bilden und Ihre eigenen Vorschläge einbringen. Zum Beispiel: Sie markieren dann die Kategorien Kultur, Sport und Bildung. Dann erhalten Sie zu diesen Themen aktuelle Neuigkeiten und können mit ihrer Meinung zu Entscheidungen beitragen. In kurz – alle Menschen unserer Stadt sollten jederzeit die Möglichkeit besitzen, aktiv an der Gestaltung unserer Stadt teilzuhaben.“

Madsen wurde heute mit 57,1 Prozent gewählt und schreibt damit Geschichte nicht nur in Rostock, sondern auch mit dem offensiven Vorgehen beim Thema Digitalisierung als wichtiger Baustein für die Entwicklung der Stadt im hohen Norden Deutschlands.

Inhalt Zehn-Minuten-Internet Newsletter vom 16.6.2019

Im Z-M-I, dem Zehn-Minuten-Internet Newsletter berichte ich jeden Sonntag über interessante Links (heute u.a. zur Grundsteuer)  aus dem Internet für Bürgermeister, Ratsmitglieder und Kandidaten. 

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In der Ausgabe vom 16.6. geht es um die Reform der Grundsteuer, das KfW-Kommunalpanel 2019, Baukonkurrenz und Personalmangel, keine Anhörungspflichten bei der Kreisumlage, Kommunen gründen neues Bündnis für Flüchtlinge, Abwanderung aus den ostdeutschen Bundesländern, mehr Engagement bei der Digitalisierung der Verwaltung, die Klimadebatte, ein Klimabündnis in Ludwigsburg, Mindestmengen im Krankenhaus, das Silicon Valley und seine Sprösslinge, Deutschland und E-Government, den Digitalpakt, Kita-Chaos in Niedersachsen, „weiße Flecken“ in der Statistik wegen Digitalisierung und Neues aus den Kommunalen Spitzenverbänden. 

Kopf der Woche: Uwe Conradt, neuer Oberbürgermeister der Stadt Saarbrücken

Buch der Woche: Retrotopia“ von Zygmunt Bauman

Webseite der Woche: www.startup-mannheim.de

Zahl der Woche: 376 Milliarden Euro oder 4 544 Euro je Einwohner bzw. Einwohnerin flossen 2017 in das deutsche Gesundheitssystem (Quelle: Operation Explorer

Tweet der Woche: Jörg Bierwirth Bürgermeister von Schieder-Schwalenberg

Zu guter Letzt: Mit Handy in der Hand über die Straße: New York plant Geldstrafen

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Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Ihr Franz-Reinhard Habbel

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Inhalt Zehn-Minuten-Internet Newsletter vom 9.6.2019

Im Z-M-I, dem Zehn-Minuten-Internet Newsletter berichte ich jeden Sonntag über interessante Links (heute u.a. Rede Bundespräsident Steinmeier beim Deutschen Städtetag)  aus dem Internet für Bürgermeister, Ratsmitglieder und Kandidaten. 

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In der Ausgabe vom 9.6. geht es um die Rede des Bundespräsidenten beim Deutschen Städtetag, die Dortmunder Erklärung des DST, Vielfalt in der Provinz, Tipps für Kommunen gegen zunehmende Gewalt in der Pflege, die Konzertierte Aktion Pflege, Autos auf den Straßen, Orte, wo Autofahrer die meiste Zeit verlieren, Deutschland auf Platz 68 im Digital-Life-Report, YouTube als Bildungs- und Kulturort, Social Media, Digitalpolitik und Wahlkämpfe, die Freigabe von Verkehrsdaten, Mängel beim E-Pass in der Schweiz, den Laufmappen-Blues und um Neues aus den Kommunalen Spitzenverbänden. 

Kopf der Woche: Fritz Kuhn, Oberbürgermeister in Stuttgart wurde zum ersten Stellvertreter des Präsidenten des Deutschen Städtetages gewählt

Buch der Woche: Zeitenwende 1979“ von Frank Bösch

Webseite der Woche: Hessentag2019.de

Zahl der Woche: 1,29 Milliarden Autos gibt es auf der Welt (Quelle: live-counter.com)

Tweet der Woche: Roland Schäfer, Bürgermeister der Stadt Bergkamen

Zu guter Letzt: Auf Spitzbergen steht die nördlichste Bierbrauerei der Welt – und es gibt Weine und Schnäpse der Sonderklasse

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Ihr Franz-Reinhard Habbel

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Inhalt Zehn-Minuten-Internet Newsletter vom 2.6.2019

Im Z-M-I, dem Zehn-Minuten-Internet Newsletter berichte ich jeden Sonntag über interessante Links (heute u.a. Rede Merkel in Harvard)  aus dem Internet für Bürgermeister, Ratsmitglieder und Kandidaten. 

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In der Ausgabe vom 2.6. geht es um die Rede der Bundeskanzlerin an der Harvard University, Einsamkeit als wachsendes Leiden, Klimaschutz in den Kommunen, Ergebnisse der Europawahl in Baden-Württemberg, einen Datenpool in Europa, die Gewinner des 18. eGovernment-Wettbewerbs, Lokales Roaming, die Digitalisierung in Dänemark, E-Scooter in Städten, Algorithmen, Verkehr in den Innenstädten, den Zerfall der Öffentlichkeit und Neues aus den Kommunalen Spitzenverbänden. 

Kopf der Woche: Kerstin Hoppe, Bürgermeisterin der Gemeinde Schwielowsee

Buch der Woche: 2062 von Toby Walsh

Webseite der Woche: www.mehrgenerationenhaeuser.de

Zahl der Woche: 540 Mehrgenerationenhäuser gibt es in Deutschland (Quelle: Tagesspiegel

Tweet der Woche: Zweilandstadt

Zu guter Letzt: „Nehmt jetzt euren Müll zurück“

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Ihr Franz-Reinhard Habbel

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Bestes Digitalisierungsprojekt in Städten und Regionen beim 18. eGovernment Wettbewerb

digital@KA – Urban Relationship Management in Karlsruhe“ / Stadt Karlsruhe: 
„Informieren und Verbindungen knüpfen ist das Ziel der Mulitfunktions-App für Bürger in Karlsruhe. Sie macht die Stadt erlebbar, erschließt den öffentlichen Raum und verbessert die Möglichkeiten der Teilhabe. Ein bemerkenswertes Beispiel der E-Daseinsvorsorge. Kurzum: Sie setzt Maßstäbe für Städte und Gemeinden in Deutschland und in Europa“. – Franz-Reinhard Habbel, Publizist und Autor

Gewinner des 18. eGovernment-Wettbewerbs 2019

Die Preisträger 2019 gemeinsam mit Kanzleramtsminister Helge Braun Foto: MIKA-fotografie Berlin

Blockchain im Asylverfahren, Bürger-Apps und Baugenehmigungen online: So digital ist die nächste Generation der öffentlichen Verwaltung

Die Gewinner des 18. eGovernment-Wettbewerbs von BearingPoint und Cisco zeigen, wie digitale Innovationen die öffentliche Verwaltung revolutionieren. Ein Online-Voting entscheidet noch bis zum 2. August über einen zusätzlichen Publikumspreis. Schirmherr Bundesminister Helge Braun: „Digitalisierung der Verwaltung schreitet in großen Schritten voran.“

Von Stadtverwaltungen bis hin zu Bundesämtern – die Zukunft der öffentlichen Verwaltung ist digital. Das stellen die sieben Gewinner des diesjährigen eGovernment-Wettbewerbs der Management- und Technologieberatung BearingPoint eindrucksvoll unter Beweis. Die Siegerprojekte in den verschiedenen Kategorien setzen bereits heute auf technologische Innovationen wie Blockchain oder Smart Data. BearingPoint prämierte die Gewinner gemeinsam mit dem Technologieanbieter Cisco im Rahmen des 7. Zukunftskongresses „Staat und Verwaltung“ in Berlin.

Prof. Dr. Helge Braun, Bundesminister und Schirmherr des Wettbewerbs: „Die Projekte der Finalisten zeigen eindrucksvoll, wie die Digitalisierung der Verwaltung mit großen Schritten voranschreitet. Verwaltungsdienstleistungen werden künftig genauso einfach und bequem in Anspruch genommen werden können, wie man es vom Onlineshopping gewohnt ist. Bürger, Unternehmen und auch die Verwaltungen selbst werden so von effizienteren, digitalen Verfahren enorm profitieren.“

 Gewinnerprojekte stellen Nutzer in den Mittelpunkt

Das Projekt „Blockchain zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Asylprozess“ des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge überzeugte die Jury mit einem Blockchain-System, das die behördenübergreifende Kommunikation im Asylprozess unterstützt und somit Verfahrensdauern deutlich reduzieren kann. Den Preis für das beste Modernisierungsprojekt sicherte sich die Bundesagentur für Arbeit mit „CashBa“, einem neutralen und diskriminierungsfreien Auszahlschein mit Barcode für Leistungsempfänger. Die Stadt Karlsruhe setzte sich mit einer App durch, in der sich Bürgerinnen und Bürger der Stadt informieren und vernetzen können.

Das Siegerprojekt in der Kategorie „Bestes Kooperationsprojekt“ stammt von der Senatskanzlei Hamburg. „Kinderleicht zum Kindergeld“ ermöglicht es Eltern, durch eine intelligente Zusammenarbeit zwischen Behörden bereits im Krankenhaus einfach und schnell die Geburt eines Kindes anzumelden und Kindergeld zu beantragen. Die Hamburger Senatskanzlei erhielt für ihre Einreichung zusätzlich den Preis des Chefs des Bundeskanzleramts. Dieser Sonderpreis wurde erstmals über alle Wettbewerbskategorien hinweg vergeben und zeichnet das Projekt aufgrund seiner sehr hohen gesellschaftlichen Relevanz aus. Die Auszeichnung für das beste Infrastrukturprojekt gewann die Landeshauptstadt München mit einem Konzept für intelligente Lichtmasten, die Daten zu Klima, Luftverschmutzung und Verkehr sammeln können. Außerdem stellen die Masten WLAN bereit.

„Wir wollen mit dem eGovernment-Wettbewerb auf innovative Digitalprojekte in der Verwaltung aufmerksam machen“, sagt Jon Abele, Partner und Leiter Public Services bei BearingPoint. „Wir hoffen, damit auch andere Akteure motivieren zu können, das Potenzial digitaler Lösungen in der Verwaltung zu nutzen“, so Abele. Jonas Rahe, Sales Executive bei Cisco Deutschland, ergänzt: „Wir waren begeistert von den Ideen der Finalisten. Wir sehen Verwaltungen, die digital und bürgernah denken und daraus vorbildliche Bürgerservices machen. Deren Vorbildcharakter wollen wir mit dem Wettbewerb unterstreichen.“

Doppelte Auszeichnung für beste Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes

Eine eigene Kategorie des eGovernment-Wettbewerbs bildet das Onlinezugangsgesetz. Das 2017 verabschiedete Gesetz verpflichtet Bund, Länder und Kommunen, ihre Online-Verwaltungsdienste zu einem sogenannten Portalverbund zusammenzuschließen. Bis 2022 sollen Bürger auf diese Weise sämtliche Verwaltungsleistungen online nutzen können. In diesem Jahr teilen sich gleich zwei Gewinner die Auszeichnung: Die Generalzolldirektion überzeugte mit einem Bürger- und Geschäftskundenportal, das den Zugang zu den Dienstleistungen des Zolls erheblich vereinfacht. Zweiter Gewinner ist ein Projekt des Landkreises Nordwestmecklenburg, mit dem die Beantragung und Bearbeitung von Baugenehmigungen digitalisiert werden soll.

Zusätzlich zu den von der Jury verliehenen Preisen wird auf dem 24. Ministerialkongress im September ein Publikumspreis vergeben. Noch bis zum 2. August können alle Interessierten für ihren persönlichen Favoriten stimmen: zum Online-Voting.

Die Preisträger 2019

Bestes Projekt zur Umsetzung des OZG (zwei Gewinner)

Bürger- und Geschäftskundenportal“ / Generalzolldirektion: 
„Digitale Geschäftsprozesse steigern die Effizienz der Verwaltung. Durch die Digitalisierung des Zolls werden Grenzformalitäten medienbruchfrei bearbeitet und die administrativen Aufwände für alle Beteiligten gesenkt. Kunden und Mitarbeitende erhalten auf dem E-Portal der deutschen Zollverwaltung – rund um die Uhr und von überall – Zugriff auf Online-Dienste des Zolls. Dafür müssen sie sich nur einmal mit einem anerkannten Zertifikat auf dem Portal anmelden. Das Bürger- und Geschäftskundenportal unterstützt so die Entwicklung hin zu einer offenen und modernen Verwaltung und leistet einen zentralen Beitrag zur Umsetzung des Onlinezugangsgesetzes.
– Jurymitglied Irem Kaynarca, Leiterin Monitoring, Geschäftsstelle E-Government Schweiz

„Online Baugenehmigungsverfahren“ / Landkreis Nordwestmecklenburg
„Die Umsetzung zeigt, wie man auch für komplexe Prozesse mit vielen sehr unterschiedlich arbeitenden Beteiligten nach vorausgehender Prozessoptimierung zu künftigen digitalen Lösungen gelangen kann. Vorbildlich ist nicht nur die umfassende Einbeziehung aller Stakeholder in die Lösungsentwicklung, sondern auch, dass zunächst eine klare Strategie entwickelt wurde, die mit dafür verantwortlich sein dürfte, dass die eine elektronische Bauakte umfassende Lösung weiter ausbaufähig ist und standardisierte Schnittstellen berücksichtigt.“ – Jurymitglied Prof. Dr. Dagmar Lück-Schneider, Fachgebiet Verwaltungsinformatik, HWR Berlin

Bestes Digitalisierungsprojekt in Bund und Ländern

Blockchain zur Verbesserung der Zusammenarbeit im Asylprozess“ / Bundesamt für Migration und Flüchtlinge: 
„Das Projekt liefert einen weiteren Beitrag für die Etablierung von Blockchain-Technologien in der Öffentlichen Verwaltung und durch die wissenschaftliche Begleitung einen wichtigen Diskurs von fachlichen, technischen und Datenschutz-Konzepten. Bei erfolgreicher Implementierung des in vielen Bereichen noch konzeptionellen Darstellung einer dezentral verteilten Datenbank für den Asylprozess würde zukünftig der Akzeptanz von Blockchain-Technologie stark helfen.“ – Univ. Lekt. Christian Rupp, CIO des Europäischen Joint Innovation Lab für E-Government

Bestes Digitalisierungsprojekt in Städten und Regionen

digital@KA – Urban Relationship Management in Karlsruhe“ / Stadt Karlsruhe: 
„Informieren und Verbindungen knüpfen ist das Ziel der Mulitfunktions-App für Bürger in Karlsruhe. Sie macht die Stadt erlebbar, erschließt den öffentlichen Raum und verbessert die Möglichkeiten der Teilhabe. Ein bemerkenswertes Beispiel der E-Daseinsvorsorge. Kurzum: Sie setzt Maßstäbe für Städte und Gemeinden in Deutschland und in Europa“. – Franz-Reinhard Habbel, Publizist und Autor

Bestes Modernisierungsprojekt

CashBA“ / Bundesagentur für Arbeit: 
„CashBa ist eine sehr innovative Lösung, die im Rahmen der Existenzsicherung sowohl für Leistungsempfänger als auch für die öffentliche Verwaltung eine hohe Entlastung bei der Bargeldauszahlung darstellt.“ – Prof. Dr. Maria Wimmer, Forschungsbereich Verwaltungsinformatik, Universität Koblenz-Landau

Bestes Kooperationsprojekt

Kinderleicht zum Kindergeld“ / Senatskanzlei Hamburghttps:/
„Gelungene Kooperationen zwischen verschiedenen Institutionen sind der Schlüssel zu diesem Projekt der Hamburger Senatskanzlei. Denn Verwaltungsdienstleistungen rund um die Geburt können für viele Eltern in Deutschland noch heute zur Geduldsprobe werden. Mit „Kinderleicht zum Kindergeld“ können Eltern in nur einem Schritt die Geburt anzeigen, ihrem Kind rechtskräftig einen Namen geben, es beim Standesamt beurkunden lassen, Geburtsurkunden bestellen und das Kindergeld beantragen. Das Projekt steht daher beispielhaft dafür, wie digitale Verwaltung das Leben von Bürgerinnen und Bürgern vereinfacht.“ – Prof. Dr. Peter Parycek, Mitglied im Digitalrat der Deutschen Bundesregierung, Leitung Kompetenzzentrum ÖFIT

Bestes Infrastrukturprojekt

Smart City München – Infrastruktur und Angebote für smarte Quartiere und deren Bewohner“ / Landeshauptstadt München:

„Hier wird Infrastrukturentwicklung vorteilhaft mit Stadtteilentwicklung und Ökologie zusammengebracht und damit ein Mehrwert für alle generiert: die Verwaltung, die Politik, die Medien, die Bevölkerung und nicht zuletzt für die Wirtschaft. Was München vormacht, lässt sich auch in vielen anderen Städten anwenden, um die Stadtentwicklung zu optimieren und der Bevölkerung eine erhöhte Lebensqualität zu verschaffen.“ – Manfred Klein, Redaktionsleiter eGovernment Computing

Inhalt Zehn-Minuten-Internet Newsletter vom 26.5.2019

Im Z-M-I, dem Zehn-Minuten-Internet Newsletter berichte ich jeden Sonntag über interessante Links (heute u.a. Europawahl)  aus dem Internet für Bürgermeister, Ratsmitglieder und Kandidaten. 

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In der Ausgabe vom 26.Mai geht es um die Europawahl, um Vertrauen in Politiker, City-Maut, Klimanotstand, die Ehrenamtspauschale, den europäischen Bildungsraum, den Digitalpakt in Hamburg, den Kommunalbeirat der Telekom, den Beitragsservice von ARD, ZDF und Deutschlandradio, die Online-Gesellschaft in Südkorea, Drohnenvorschriften der EU, Parken auf Fahrradstreifen, Motorradlärm in Bayerischzell, die Datenschutzgrundverordnung und um Neues aus den Kommunalen Spitzenverbänden. 

Kopf der Woche: Dr. Björn Appelmann, Leiter Stabsstelle für Verwaltungs- und Managemententwicklung der Stadt Karlsruhe

Buch der Woche: „Fragen an Europa“ von Gesine Grotrian und Susan Schädlich 

Webseite der Woche: neuland21.de

Zahl der Woche: In Baden-Württemberg werden 19.000 Gemeinderäte in den 1101 Städten und Gemeinden gewählt. (Quelle: Südkurier) 

Tweet der Woche: Thorsten Wozniak, Erster Bürgermeister der Stadt Gerolzhofen 

Zu guter Letzt: Kaum Kinder – Bürgermeister will Viagra verteilen 

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Ihr Franz-Reinhard Habbel

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Inhalt Zehn-Minuten-Internet Newsletter vom 19.5.2019

Im Z-M-I, dem Zehn-Minuten-Internet Newsletter berichte ich jeden Sonntag über interessante Links (heute u.a. Klimanotstand und E-Scooter)  aus dem Internet für Bürgermeister, Ratsmitglieder und Kandidaten. 

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In der Ausgabe vom 19.Mai geht es um den Klimanotstand, eine Umfrage zum Klimawandel, E-Scooter und das grüne Licht durch den Bundesrat, die Einführung von E-Scooter in Städten in NRW, den Ansturm auf Erzieher-Förderung, die automatische Gesichtserkennung, einen Drohnenexpress in China, Fliegen mit etwas weniger Scham, Telefonieren in der EU, die Co2-Bilanz der Digitalisierung, Smart City und Neues aus den kommunalen Spitzenverbänden. 

Kopf der Woche: Burkhard Jung, Oberbürgermeister der Stadt Leipzig

Buch der Woche: Was uns zusammenhält- Eine Naturgeschichte der Gesellschaft“ von Mark W. Moffett

Webseite der Woche: www.fitko.de/Start

Zahl der Woche: 48 % aller Personen lebten im Jahr 2017 in einer Familie (Quelle: destatis)

Tweet der Woche: Hans-Josef Vogel, Regierungspräsident

Zu guter Letzt: 4000 Dollar Kosten pro Haus: Firma will ein ganzes Dorf mit dem 3D-Drucker bauen

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Ihr Franz-Reinhard Habbel

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