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Inhalt Zehn-Minuten-Internet Newsletter vom 26.3.2017

Im Z-M-I, dem Zehn-Minuten-Internet Newsletter berichte ich jeden Sonntag über interessante Links (heute u.a. 60 Jahre Europa) aus dem Internet für Bürgermeister, Ratsmitglieder und Kandidaten. zmiheader_4_copy-5

In der Ausgabe vom 26. März geht es um 60 Gründe für Europa, das Europabüro in Hagen, die Auswirkungen der Leverage Ratio auf die Finanzierung der Kommunen, Arbeiten im öffentlichen Dienst, Smart City, ungenutzte Radiofrequenzen für smarte Städte, Apps für Alles, Wahlkampf mit Instagram und Wahlstrategien aus den USA.

Kopf der Woche: Reinhard Sommer, Vorsitzender des Deutsch-Französischen Ausschusses

Buch der Woche: „Der diskrete Charme der Bürokratie – Gute Nachrichten aus Europa“ von Andre Wilkens

Webseite der Woche: https://youtu.be/3hKj7P0esEU (VKU Videoclip)

Startup der Woche: https://fotografen-shopsystem.de/

Tweet der Woche: Thomas Berling, Bürgermeisterin der Stadt Nordhorn

Zu guter Letzt: Ampelweibchen-Projekt in Australien Leuchtende Vorbilder

Die aktuelle Ausgabe finden Sie hierhttp://eepurl.com/cH9kl9

Der ZMI kann kostenlos hier abonniert werden.

Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Ihr Franz-Reinhard Habbel

 

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Eröffnung des Public Sector Parcs 2017: „Wir müssen die Digitalisierung gestalten“

Ich freue mich, gemeinsam mit Herrn Dr. Köckler und Herrn Staatssekretär Vitt den Public Sector Parc 2017 hier auf der CeBIT in Hannover  zu eröffnen. Unser gemeinsames Auftreten verstehe ich auch als ein Signal, noch enger und abgestimmter zwischen Bund, Ländern und Kommunen, aber auch den kommunalen Rechenzentren und der mittelständischen IT-Wirtschaft zusammenzuarbeiten. Ganz aktuell gilt das besonders für die Architektur des Portalverbundes. Wichtig ist mir daran zu erinnern, dass wir bei allen unseren Aktivitäten vom Bürger her denken und handeln müssen. Da haben wir erheblichen Nachholbedarf. Wann haben wir uns z.B. die Frage gestellt, was sich eigentlich der Bürger vom Portalverbund wünscht? 

Noch viel zu oft, denken wir an unsere Behörden, Ämter, Abteilungen, an Aufbau- und Ablauforganisationen. Die den eigenen Bereich überschreitende Zusammenarbeit ist uns oftmals fremd. Das ist aber in einer Welt zunehmender Veränderungen fatal und verspielt Chancen.
Projektmanagement ist das Gebot der Stunde, gleiches gilt für Teambildung über Verwaltungsgrenzen hinweg. Insgesamt müssen wir massiv in unsere Digitalkompetenz investieren.

Die Digitalisierung verändert nicht nur die Ökonomie, sondern auch die Verwaltung.

Die Veränderungen werden radikal sein. Die Digitalisierung geht nicht mehr weg. Sie hat längst die zentralen Politikbereiche wie Mobilität, Bildung, Energie, Gesundheit und Sicherheit in einem Ausmaß erreicht, wie wir uns das bisher nicht vorstellen konnten.

e-Government ist nicht mehr genug. Das ist einfach zu wenig.

Schaut man auf die Lage in Deutschland, so ist diese unübersichtlich. Auf der einen Seite gibt es viel Kritik an der zu langsamen Veränderung in Richtung Digitalisierung, auf der anderen Seite gibt es eine Reihe von Aktivitäten gerade im kommunalen Raum, die Hoffnung machen und die die Zeichen der Zeit erkannt haben.

Was ist los in unserem Land?

Die Bundeskanzlerin sagte vor wenigen Wochen auf einer CDU-Tagung in Saarbrücken, Deutschland sei beim e-Government Entwicklungsland. Ich sage: Recht hat sie.
In Ihrer Videobotschaft von der vergangenen Woche wiederholte sie das in etwa und sagte, das wir in den nächsten vier Jahren bei allen Funktionen, die der Staat mit den Bürger hat – Anmeldungen, Abmeldungen oder ähnliches, die digitale Option stärken müssen.

Wir sind einfach zu langsam.

Die Bildzeitung titelte letzte Woche: Fiasko mit den Fingerabdrücken. In Niedersachsen können von den 52 kommunalen Ausländerbehörden 90 Prozent keine Fingerabdrücke mit den Daten des AZR vergleichen. Geräte und Schnittstellen fehlen. In den anderen Bundesländern sieht es nicht besser aus. Bis Mai sollen jetzt die Schnittstellen geschaffen werden, da frage ich: Warum ist das so, warum dauert das so lange?

Der Forsa Chef Manfred Güllner titelte vor wenigen Tagen eine vom VKU und vom DStGB in Auftrag gegebene Umfrage mit den Worten: „Angst vorm digitalen Bürgermeister“ Weiter schreibt er: „Alle Welt schwärmt vom „digitalen Rathaus“, von der „Kommune 2.0“ und davon, dass der „digitale Weckruf“ endlich auch auf dem platten Land angekommen sei. Wirklich alle Welt? Die Tatsache ist: Vielen Bürgern bereitet die als unausweichlich beschriebene Digitalisierung eher Unbehagen – vor allem in kleineren Gemeinden. Während die Großstädter einen Ausbau digitaler Angebote in ihren Stadtverwaltungen mehrheitlich begrüßen, erscheint vielen Menschen auf dem Land der digitale Bürgermeister eher unheimlich. Sie fürchten um den Erhalt des persönlichen Gesprächs“. Ende des Zitats.

Das Deutsche Institut für Vertrauen und Sicherheit im Internet schrieb in einer Pressemitteilung „Mehrheit der Bürger findet es schlecht, wenn Unternehmen und Behörden Informationen per Mail oder im Online-Postfach zustellen“ Ja, wo leben wir denn hier? Wie offen ist dieses Land für das Neue wirklich? Wir haben noch viel zu tun.

Auf der anderen Seite arbeiten Städte, Gemeinden, Landkreise, Rechenzentren und Ministerien mit Hochdruck an Projekten der Digitalisierung im Bereich Parken, Energieversorgung, Plattformen, Bürgerkonten, Logistik, Smart City bis hin zur Blockchain und fahrerloses Auto.
Städte wie München, Hamburg, Ulm, Moers, Köln, Lemgo, Bad Hersfeld, Ingolstadt und viele andere sind hier vorbildlich. Der Wettbewerb Digitale Stadt – gemeinsam vom BitKOM und DStGB veranstaltet, findet große Resonanz. Insgesamt 14 Städte von 62 haben sich beworben. Smart-City und Smart-Contry entwickeln zu einem wichtigen Trendthema. Immer mehr Einrichtungen befassen sich mit der intelligenten Stadt. Auch das ist hier der CeBIT ein wichtiges Thema.
Im Ausland werden wir gefeiert. So zeigte auf der SXSW in Austin die Heidelberg Mobil welche Möglichkeiten die intelligente Nutzung von Geoinformationen für die digitale Stadt und für smarte Alltagsassistenten schon heute bietet.

Was ist also los in Deutschland?

Die Unterschiede machen deutlich, dass die Digitalisierung noch nicht überall angekommen ist bzw. die Menschen Ängste vor Überwachung und Verlust von Arbeitsplätzen haben.
Die Politik hat hier eine Bringschuld.

Was wir dringend brauchen ist eine Politik, die den Menschen die Digitalisierung erklärt, Ihnen die Chancen aufzeigt, den Gestaltungsspielraum sichtbar macht. 
Die Politik muss deutlich machen, wie wir Daten für eine bessere Bildung, für eine bessere Gesundheit und für eine geringere Belastung der Umwelt nutzen können, das wir mit Daten Verkehrsprobleme lösen können.

Gleichzeitig muss deutlich werden, dass der Bürger Herr seiner Daten ist und selbst entscheiden kann, wem er welche Daten von sich verfügbar macht. Der Staat muss die digitale Souveränität seiner Bürger sicherstellen. Dazu ist ein einheitliches zentrales Identifizierungsverfahren notwendig.

Die ganz große Herausforderung der nächsten Jahre ist nicht die Frage, wie digitalisieren wir die Prozesse, sondern wie gehen wir mit den Daten um.

Wem gehören die Daten? Was kann ich damit machen? Es heißt so schön „Daten sind das Öl im 21. Jahrhundert“. Wenn Daten das Öl im 21. Jahrhundert sind, dann fragt man sich wer sind die Ölscheichs, wo fahren die Tanker rum und wo sind die Raffinerien? Gemeinsam mit dem VKU arbeiten wir an der Frage, was kann man mit den Daten im öffentlichen Raum machen?

Ohne Fahrpläne kann man selten ein Ziel erreichen

Lassen sie mich kurz einige Punkte aufführen.

Die Digitalisierung muss in der nächsten Legislaturperiode gelingen – mit Mobile first –

Mobile Daten bilden die Grundlage für jegliches Verwaltungshandeln. Sie führen zu dynamischen Kommunen, die auf unterschiedliche Anforderungen unterschiedlich reagieren. Im Zentrum der

Digitalisierung steht der Portalverbund mit einer Integrationsplattform zur kommunenbezogenen Anbindung der Fachverfahren. Im Kern geht es darum, Interoperabilität herzustellen als zentrale Lösungen anzustreben. Verwaltungsebenen übergreifendes E-Government in Deutschland wird nur dann gelingen, wen heute bereits vorhandene Portalstrukturen miteinander verknüpft werden. Dafür müssen aber gemeinsame Standards für Prozesse sowie Querschnitts- und Basisdienste wie Authentifizierung oder elektronische Bezahlmöglichkeiten entwickelt werden. Beim OZG sind noch Klarstellungen was Begriffe wie IT-Komponenten, Wirtschaftlichkeits- und Kosten- sowie wettbewerbsrechtliche Fragen notwendig.

Authentifizierung, Nutzerkonto und Transaktionsfähigkeit aus einem Guss sind aus Sicht der BürgerInnen und der Wirtschaft eine absolute Notwendigkeit.

Die Lebenslage steht im Mittelpunkt und nicht der Antrag, geschweige denn die Zuständigkeit, das bedeutet, das künftig auf Anträge verzichtet werden kann.

Bund, Länder und Kommunen müssen in einer konzertierten Aktion handeln. 

Verfügbarkeitszeitpunkte und Qualitäten müssen vor September festgelegt werden

Eine gemeinsame Projekt-Organisation schafft die Umsetzung.

Best-Practice Vorbilder im Markt haben absoluten Vorrang vor tradierten Verwaltungszuständigkeiten- und abläufen.

Standardisierungsfestlegungen erfolgen durch unabhängige und neutrale Dritte – kein Verwaltungsmitarbeiter muss um einen Arbeitsplatz bangen

Der Bund finanziert einen Fünf-Jahresplan.

Zum Schluss möchte ich noch auf die Kommunaltage Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Nordrhein-Westfalen hinweisen. Ich wünsche Ihnen eine erfolgreiche Messe und danke Ihnen für ihr Engagement einen wichtigen Beitrag zur Modernisierung und zur Stärkung der deutschen Wettbewerbsfähigkeit zu leisten.

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Inhalt Zehn-Minuten-Internet Newsletter vom 19.3.2017

Im Z-M-I, dem Zehn-Minuten-Internet Newsletter berichte ich jeden Sonntag über interessante Links (heute u.a. Digitalisierung-Index 2017) aus dem Internet für Bürgermeister, Ratsmitglieder und Kandidaten. zmiheader_4_copy-5

In der Ausgabe vom 19. März geht es um den Deutschland-Index der Digitalisierung 2017, eine Resolution des Niedersächsischen Städtetages zur Integration von Flüchtlingen, Technik gegen Terror, Wahlkampf mit WhatsApp, die Präsentation von Städten auf YouTube, Klimaschutz, Coffee-to-go-Becher, eine RAD-WG in Wien, die Informations- und Rechercheplattform JedeSchule.de, die Gemeinnützigkeit von Freifunk-Initiativen und um smarte Toiletten und Gesundheit. 

Kopf der Woche: Erich Spamer, Bürgermeister der Stadt Bündingen

Buch der Woche: „Homo Deus: Eine Geschichte von Morgen“ von Yuval Noah Harari

Webseite der Woche: https://thinkingciti.es

Startup der Woche: http://www.eyefactive.com

Tweet der Woche: Sonja Leinemann, Bürgermeisterin der Stadt Witten

Zu guter Letzt: Fahrstuhl zur Hölle: Turm zum Testen von Aufzügen

Die aktuelle Ausgabe finden Sie hier

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Ich wünsche Ihnen eine schöne Woche.

Ihr Franz-Reinhard Habbel

 

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1800 Sekunden in der Nacht: Bundestag berät über digitale Verwaltung um 1:55 Uhr

Bei allem Respekt vor dem Recht, die Tagesordnung in eigener Verantwortung zu bestimmen und vor dem Hintergrund, dass die Vielzahl von Beratungspunkten bewältigt werden muss stellt sich die Frage, warum gerade Themen wie die Digitalisierung der Verwaltung zu so später Stunde aufgerufen werden.

Die Beratungszeit für ein zentrales Thema, wie Deutschlands Behörden fit gemacht werden können im Zeitalter der Digitalisierung ist in der Nacht von Donnerstag auf  Freitag für die Zeit von 1:55 bis 2:25 Uhr vorgesehen. Deutschland hat bei der Digitalisierung einiges aufzuholen. Jüngst bezeichnete die Bundeskanzlerin Deutschland, was e-Government betrifft, als Entwicklungsland.  Bleibt zu hoffen, das auch die Beratungen in später Nachtstunde zu guten Ergebnissen führen.

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14 Städte nehmen am Wettbewerb „Digitale Stadt“ teil

Die Teilnehmer am Wettbewerb „Digitale Stadt“ des Digitalverbands Bitkom und dem Deutschen Städte- und Gemeindebund (DStGB) stehen fest: Bis zum Ende der Bewerbungsfrist am 15. März 2017 sind beim Bitkom die Bewerbungen von 14 Städten eingegangen. Darunter befinden sich Städte aus dem gesamten Bundesgebiet. Bewerben konnten sich mittelgroße Städte mit rund 100.000 bis 150.000 Einwohnern.

„Die Resonanz der Städte auf den Wettbewerb ist überwältigend“, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Dr. Bernhard Rohleder. „Die digitale Stadterneuerung steht in vielen Kommunen ganz oben auf der Agenda. Der Wettbewerb von Bitkom und DStGB gibt wichtige Impulse, um die Modernisierung voranzutreiben.“ Die Gewinnerstadt soll von den Projektpartnern aus der Digitalwirtschaft mit neuesten digitalen Infrastrukturen und Anwendungen ausgestattet werden, um damit Herausforderungen wie Verkehrsprobleme, Umweltverschmutzung, Energieverschwendung oder Engpässe in der Gesundheitsversorgung praktisch anzugehen. Rohleder: „Unser Ziel ist der Aufbau einer digitalen Modellstadt, die anderen Ballungszentren im In- und Ausland als Vorbild bei eigenen Digitalisierungsprojekten dienen kann.“ Beworben haben sich die Städte Bergisch Gladbach, Bremerhaven, Cottbus, Darmstadt, Göttingen, Gütersloh, Heidelberg, Jena, Kaiserslautern, Konstanz, Ludwigsburg, Paderborn, Ratingen und Wolfsburg.

Für die Bewerbung haben die Bürgermeister ihre Vision einer digitalen Stadt entworfen. Dabei beschreiben sie, welche Lösungen sie sich für ihre Stadt in den Bereichen Energie, Verkehr, öffentliche Verwaltung, Gesundheit, Bildung, Handel, Sicherheit und Gesellschaft wünschen. Zentrale Voraussetzung für eine erfolgreiche Bewerbung ist die Unterstützung von weiteren Akteuren vor Ort, zum Beispiel der lokalen Wirtschaft, den kommunalen Versorgungsbetrieben oder Kultur- und Bildungseinrichtungen. „Der Aufbau einer digitalen Stadt funktioniert nur, wenn die Bürgerschaft geschlossen hinter dem Projekt steht“, betonte Rohleder. Nicht zuletzt sollten die Städte bei ihrer Bewerbung einen Vorschlag machen, wie das Projekt vor Ort aus ihrer Sicht am besten gesteuert werden könnte. Damit soll gewährleistet werden, dass die Verantwortlichen in der Gewinnerstadt frühzeitig in die Planung und Umsetzung des Projekts eingebunden sind. Rohleder: „Mit ihrer Bewerbung haben die Städte schon jetzt gezeigt, dass sie zu den Vorreitern der digitalen Stadtentwicklung in Deutschland gehören – unabhängig vom Ausgang des Wettbewerbs.“

An der Realisierung des Projekts sind neben dem Bitkom und dem DStGB zahlreiche Unternehmen der Digitalwirtschaft beteiligt. Die Unternehmen haben bislang Investitionen in zweistelliger Millionenhöhe in Aussicht gestellt. Damit sollen unter anderem ein leistungsfähiges Breitbandnetz, innovative Lösungen für den lokalen Handel, Systeme für die Verkehrssteuerung oder Anwendungen für das Gesundheitswesen realisiert werden. Im nächsten Schritt werden die Bewerbungen gesichtet und bis zum 31. März 2017 eine Shortlist mit Städten erstellt, die in die engere Auswahl kommen. Die Gewinnerstadt wird im Juni 2017 beim Nationalen Digitalgipfel bekanntgegeben. Die ersten Anwendungen sollen schon im Jahr 2018 in Betrieb gehen.

Folgende Unternehmen sind Projektpartner des Wettbewerbs Digitale Stadt: Deutsche Telekom, Hewlett Packard Enterprise, SAP, Software AG, Vodafone, Autodesk, Deutsche Bahn AG, DJI, DocMorris, DPD Dynamic Parcel Distribution, eluminocity, eBay, eluminocity, embeteco, Kathrein, Little Bird, m.Doc, nebenan.de, PTV Group, Roland Berger, Samsung, Speed4Trade, vitaphone.

Weitere Informationen zum Wettbewerb hier.

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Erster VKU Innovation Pitch – and the winner is Leaf Republik

Der Verband kommunaler Unternehmen geht neue Wege. Erstmals konnten sich Startups mit ihren innovativen Geschäftsideen im Rahmen eines Wettbewerbes auf der Bühne der Jahresveranstaltung des  VKU in Berlin präsentieren. Die Leaf Republic GmbH war der Gewinner des ersten VKU Innovation Pitch. Das Unternehmen produziert biologisch abbaubare Einwegverpackungen und leistet damit einen wichtigen Beitrag zum Schutz der Umwelt. 

Mehr als 1.000 Entscheider der Kommunalwirtschaft haben den Sieger in einem Live-Voting gekürt. Leaf Republic setzte sich gegen die vier weiteren Finalisten durch, die ihre Geschäftsideen zunächst dem Publikum in einem fünfminütigen Pitch vortrugen. Leaf Republic gewinnt unter anderem eine mehrwöchige Mentorenbegleitung sowie weitere Unterstützungsleistungen in Vertrieb- und Marketingmaßnahmen.
Neben Leaf Republic konnten sich die vestaxx GmbH iG mit dem Schwerpunkt auf alternativen Heizsystemen, pixolus GmbH mit einer Ablesesoftware für Gas-, Wasser- und Stromzähler, EnerSolve GmbH mit modularen Thermalspeichern und Binando mit Sensoren zur Erkennung von Füllständen bei der Abfallentsorgung für den Pitch qualifizieren.
Bis Januar 2017 haben sich 58 Gründer, Startups und junge Unternehmen mit ihren innovativen Geschäftsmodellen für den 1. VKU Innovation Pitch beworben. Die Nominierung der fünf Finalisten erfolgte über ein Online-Voting der VKU-Mitgliedsunternehmen im Februar 2017.

Die gesamte Breite der kommunalwirtschaftlichen Beiträge zur digitalen Transformation findet sich auf der interaktiven Deutschlandkarte mit digitalen Anwendungsbeispielen. 

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„Entwicklungspolitik ist heute Nachbarschaftshilfe im globalen Dorf“

Foto: Webseite des Ministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung

Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sprach auf dem VKU-Verbandstagung heute in Berlin und sagte: „Entwicklungspolitik ist heute nicht mehr Politik für ferne Länder, sondern Nachbarschaftshilfe im globalen Dorf. Dafür brauchen wir die Kommunen und ihre Unternehmen. Sie sind die Praktiker und können Hilfe direkt dorthin bringen, wo sie gebraucht wird. Deshalb fördern wir das entwicklungspolitische Engagement deutscher Städte und Gemeinden und kommunaler Unternehmen in Entwicklungsländern“. Er wies darauf hin, dass schon jetzt der Bund  mit 40 solcher Unternehmen zusammenarbeite, vor allem in Tunesien, aber auch in Marokko und Jordanien. „Ich setze mich dafür ein, dass auch die Bundesländer das entwicklungspolitische Engagement kommunaler Unternehmen noch stärker unterstützen“, sagte er abschließend. Die Veranstaltung mit über 1.000 Gästen, darunter viele Geschäftsführer und Führungskräfte aus Stadtwerken, Wasserver- und Abwasserentsorgern sowie der Abfallwirtschaft, steht unter dem Motto „Kommunalwirtschaft der Zukunft – Aufbruch in die neue Daseinsvorsorge“.

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„Ich arbeite dort gern, wo es guten Kaffee gibt“ Ole Wintermann im IC-Talk auf dem DStGB Deutschlandforum des Innovators Club in Berlin

Foto: Bernhard Link

Nach dem jüngsten Digitalindex der D21, der gemeinsam mit der Bertelsmann-Stiftung erhoben wurde, arbeiten 24 Prozent der Beschäftigten in Deutschland bereits mobil. 70 Prozent könnten sich vorstellen, mobil zu arbeiten. In vielen Fällen werden derartige Möglichkeiten aber vom Arbeitgeber nicht angeboten. Hierauf wies Ole Wintermann von der Bertelsmann-Stiftung beim IC-Talk mit Franz-Reinhard Habbel auf dem Deutschlandforum des DStGB Innovators Club in Berlin hin.

„Das neue digitale Arbeiten hat wesentliche Auswirkungen auf die Art des Arbeitens, es geht um weit mehr, als nur um die Arbeitszeit 9/5“, erklärte Wintermann. Habbel griff diese Aussage auf und wies auf die Möglichkeiten einer umfassenden Teamarbeit hin die es erlaube, Menschen mit unterschiedlichen Ansichten und Erfahrungen im Arbeitsprozess zusammenzubringen. Eine solche Konstellation, die besonders dem Diversity-Ansatz Rechnung trage, könne sich durch Kreativität und Offenheit positiv auf die Arbeitsgestaltung auswirken. Wntermann bestätigte dies und verwies auf die besondere Qualität von Teamarbeit, wenn ein Arbeitnehmer anderen Menschen gegenüber trete. Dier menschliche Begegnung im Team wirke sich in aller Regel positiv aus und führe zu anderen Prozessen und letztlich auch zu anderen qualitativeren Produkten. Auf die Frage nach seinem Lieblingsarbeitsort sagte der Experte der Bertelsmann-Stiftung, dies sei der Ort, wo es guten Kaffee gibt und wo die Arbeitsumgebung nicht so stressig sei. Der oftmalige Wechsel des Arbeitsortes, ob zu Hause, im Büro oder im Cafe wirke sich in aller Regel positiv auf die Arbeit aus. „Smartphone, Laptop und eine gute Internetverbindung sind die Gegebenheiten, die man für flexibles Arbeiten braucht. Ich habe keinen Schreibtisch und keine Schrank mehr, alles ist in der Cloud“ , stellte Wintermann fest. Auch das Arbeiten im und vom ländlichen Raum aus habe Vorteile. Co-Working-Center bilden dafür eine gute Infrastruktur. Die könne es nicht nur in Städten, sondern auch in Dörfern geben. „Dörfer, die über leer gewordene Räumlichkeiten verfügen und diese für neue Arbeitsorte zur Verfügung stellen, haben hier Vorteile“. Habbel bestätigte ein solches Vorgehen, um den ländlichen Raum zu vitalisieren und damit attraktiv zu machen. Menschen aus den Dörfern brauchen sich dann nicht mehr jeden Tag zu ihrem Arbeitgeber in der Stadt auf den Weg machen, sondern könnten gemeinsam mit anderen Arbeitnehmern oder Selbständigen aus einem Co-Working-Center heraus arbeiten. „Es reicht aber nicht, nur einen Raum zur Verfügung zustellen und einen Kaffeeautomaten aufzustellen, auch eine andere Arbeitskultur ist notwendig“, sagte Wintermann. Angesprochen auf die Work-Life-Balance stellte er fest, dass es hier nicht nur um die Vereinbarkeit zwischen Familie und Beruf gehe, sondern um die Frage, wie das Privat- und Arbeitsleben insgesamt neu ausbalanciert werden kann. Arbeit 4.0 bringe hier neue Möglichkeiten mit sich. Dabei gehe es auch um eine Kultur der Werte wie zum Beispiel Ökonomie und Ökologie in ein neues Verhältnis gesetzt werden können. Die Herausforderung sei, dass alles in einem Gleichgewicht zu halten.

Foto: Bernhard Link

Wintermann hält die digitale Transformation der Arbeit in der Verwaltung für eine große Baustelle. Er ist aber zuversichtlich, dass der Wandel erfolgreich bewältigt wird. Große Chancen dafür sieht er in der Bereitstellung und Nutzung offener Daten, wie sie zum Beispiel die Stadt Moers, aber auch andere Städte, inzwischen erfolgreich praktizieren. „Open Data ist hier ein wichtiges Instrument“, sagte er abschließend.